Berlin und Kolbermoor haben sich für das Pokalfinale qualifiziert.
Die Halbfinals sind gespielt, und etwa 600 Tischtennisfans in der Sinzheimer Fremersberghalle erlebten zwei spannende Partien auf hohem Niveau. Die verdienten Sieger sind ttc berlin eastside, die nur noch einen Sieg vom zehnten Pokaltitel in der zwolften Auflage des Wettbewerbs seit der Wiederbelebung 2014 entfernt sind, sowie SV DJK Kolbermoor, die die anderen beiden Turniere gewonnen haben und sich somit zum dritten Mal in die Siegerliste eintragen konnten.
Im ersten Halbfinale traf TTC 1946 Weinheim auf ttc berlin eastside und verlor mit 1:3. Der Pokalverteidiger Berlin trat in einer unerwarteten Aufstellung an: An Position eins spielte die Chinesin Sun Mingyang, die am Vortag nicht dabei war. Nina Mittelham und Shan Xiaona vervollstandigten ein Team, das auf dem Papier eigentlich jedes Champions-League-Finale gewinnen musste. Doch es lief nicht ganz so rund, da Sun von ihrer Bestform weit entfernt war und spater gegen Sabina Surjan ausgewechselt wurde. Dieser Schachzug erwies sich als clever, denn Surjan spielte im Spitzeneinzel gegen Cheng Hsien-Tzu phasenweise hervorragend und sicherte dem ttc eastside den entscheidenden dritten Punkt mit 11:7, 5:11, 6:11, 11:8, 11:6.
Die Partie begann mit einem 3:0-Sieg von Nina Mittelham gegen die etwas ungluckliche Cheng, wobei die ersten und dritten Satze mit 13:11 und 15:13 au?erst knapp waren. Yuan Wan glich gegen Sun Mingyang aus (3:0). Die hochgewachsene Turkin Ece Harac trat als Au?enseiterin gegen Berlins Penholder-Ass Shan Xiaona an, was sich im Verlauf des Matches bewahrheitete: Sie verlor das entscheidende Duell mit 6:11, 6:11, 18:16 und 4:11. Sabina Surjan machte anschlie?end den Sack zu und sicherte den Einzug des Hauptstadtklubs ins Endspiel.
Im zweiten Halbfinale setzte sich SV DJK Kolbermoor mit 3:1 gegen TSV Langstadt durch. Langstadt scheiterte bereits zum funften Mal seit 2019 an ihrem Pokal-Angstgegner Kolbermoor, und das dritte Mal im Halbfinale. Dabei ware durchaus mehr drin gewesen, hatten die Sudhessinnen ihre Chancen konsequent genutzt. Annett Kaufmann, die nach langerer Verletzungsunterbrechung erkennbar gehandicapt war, gewann den Krimi gegen Izabela Lupulesku in funf Satzen. Hatte das Doppel gespielt werden mussen, ware fur die Langstadterinnen alles moglich gewesen. So bleibt Kolbermoor fur ein weiteres Jahr der Schreck von Langstadt im Pokalwettbewerb.
Die Chronologie des Spiels zeigt, dass Chantal Mantz gegen eine etwas uberraschte Annett Kaufmann mit 2:0 Satzen in Fuhrung ging. Kaufmann gewann den dritten Durchgang, doch im vierten Satz fuhrte Mantz wieder mit 7:4, bevor sie keinen Punkt mehr machte. Im entscheidenden Satz hatte die Langstadterin schlie?lich deutlich das Nachsehen. Hana Arapovic legte gegen die heute ungluckliche Izabela Lupulesku nach und gewann mit 3:1, wobei ihre gewonnenen Satze alle knapp waren (11:9, 12:10, 13:11), in denen Lupulesku mehrere Satzballe vergab. Franziska Schreiner hielt ihr Team im Spiel und lie? beim 3:0 uber Laura Tiefenbrunner nichts anbrennen.
Der Verletzungs-Thriller zwischen Kaufmann und Lupulesku war besonders spannend. Kaufmann gewann die ersten beiden Satze knapp (12:10, 13:11), erlitt dann eine Beinverletzung und verlor die nachsten beiden Satze (10:12, 6:11), bevor sie den entscheidenden Satz durch taktisch cleveres Spiel mit 11:8 fur sich entschied. Die Satze endeten mit 9:8 und die Ballpunkte mit 168:160, was die Enge des Spiels verdeutlicht.
Die Fans in der Halle sowie im Livestream durfen sich auf ein tolles Finale freuen, das um 14:35 Uhr beginnen soll. Es bleibt zu hoffen, dass Annett Kaufmann bis dahin wieder einigerma?en hergestellt ist und nicht aus dem Stand spielen oder komplett passen muss.